Schon als Kind hat Henny-Maria Rathmann gern in der Natur Geige gespielt. Hier im Wald nahe Marienhöhe, ganz mit sich selbst, von niemandem abgelenkt. Vor fünf Jahren ist die heute 55-Jährige quasi wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, ohne es je wirklich geplant zu haben. Es ergab sich die Gelegenheit, ein altes Bauernhaus mit Scheune und großem Garten in Reichenwalde zu kaufen. Jetzt, wo ihre zwei Söhne erwachsen sind, war es ihr möglich, die Wohnung in Berlin nahe ihrem Arbeitsort an der Staatsoper aufzugeben und aufs Land zu ziehen.
Schon frühzeitig förderte ihre Mutter das ererbte musikalische Talent ihrer Tochter und brachte sie mit vier Jahren in die Musikschule Fürstenwalde. Ab ihrem 12.Lebensjahr besuchte sie die Spezialschule für Musik in Berlin. Mit 22 Jahren beendete sie erfolgreich ihr sechsjähriges Studium an der Hanns-Eisler-Hochschule. Sie sammelte Orchestererfahrung und bewarb sich bei der traditionsreichen und weltbekannten Staatskapelle Berlin, bestand das Probespiel und wurde festangestellt. Die erfolgreiche Violinistin hat seit 1992 unter dem berühmten Chefdirigenten Daniel Barenboim die Welt gesehen, ist mit ihrem Orchester in allen großen und bekannten Konzerthäusern aufgetreten. Eine anstrengende, unvergessliche Zeit mit großen Momenten, die das Publikum mit Standing Ovations belohnte.

Vor einigen Jahren hat sich Henny-Maria Rathmann entschlossen, beruflich etwas kürzer zu treten. Dadurch gewinnt sie Zeit, sich einer neuen Leidenschaft zu widmen: ihrer “KULTURSCHEUNE AM BERGE- Zwischen Acker und Applaus”. Dorthin lädt sie drei bis vier Mal im Jahr zu musikalischen Veranstaltungen ein. Die Besucher finden es ganz großartig zwischen ihren üppigen Blumen- und Gemüsebeeten oder in der Scheune zu sitzen und der Musik zu lauschen.

Henny-Maria Rathmann ist am 10. Oktober zu Gast in der Reihe „Hör mal zu“, in der lokale Prominente aus ihrem Leben und ihrer Arbeit erzählen. Und natürlich wird sie auf ihrer wertvollen Geige, sie stammt aus dem Jahr 1764, spielen. Begleitet wird sie am Bechstein-Klavier von Friedemann Mewes. Bis zu seinem Ruhestand war er Repetitor an der Staatsoper Berlin, heute ist er Mitglied im Scharwenka Kulturforum e.V.
Der Eintritt zu der Veranstaltung am Freitag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr beträgt 12 Euro.