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Jetzt auch „Scharwenka privat“

Musikermuseum wird erweitert / Einladung zur Eröffnung am 18. Februar
Xaver Scharwenka mit seinem Hund 1922 in Bad Saarow
Haben die in Sütterlin geschriebenen Briefe von Xaver Scharwenka transkribiert – das ist die Gruppe um Wolfgang Scharwenka, dem Urgroßneffen des Komponisten, der in Süddeutschland lebt.

Der Verein Scharwenka Kulturforum e.V. hat sein Museum erweitert und lässt jetzt in einem neu eingerichteten Teil im Obergeschoß ins Privatleben von Xaver Scharwenka blicken. Die Besucher werden mehr über ihn als Mensch und Familienvater erfahren.  Bevor man den salonartigen Raum betritt, sind im vorgelagerten Bereich einige Stücke aus dem privaten Besitz der Familie Scharwenka, wie sein Schreibtisch mit Lampe sowie eine Vitrine zu sehen. Diese dient zur Aufbewahrung der persönlichen fortgeschriebenen Notendrucke von X. Scharwenka und den Noten zu seiner einzigen Oper „Mataswintha“. Ergänzt wird die kleine Ausstellung mit Silber aus der Familie sowie Familienfotos. Im Alkoven können die Besucher auf zwei gemütlichen Ohrensesseln Platz nehmen und über eine Audiothek Briefe von Xaver Scharwenka an seine erwachsenen Töchter hören, eingelesen von seinem Urgroßneffen Wolfgang Scharwenka. In diesen sehr persönlichen Briefen berichtet er vom Bau des Hauses in Bad Saarow und die Schaffung des Gartens.

Die Besucher lernen Xaver Scharwenka als liebevollen Familienvater kennen und erfahren, wie sehr er der romantischen Kaiserzeit verhaftet war. Ausdruck dessen sind seine blumige, verträumte Sprache und die kindliche Anrede an seine Töchter, damals bereits erwachsene Frauen. Zu hören ist auch ein mit Scharwenkas Musik unterlegtes Feature über die Rettung des Hauses vor dem Verfall und sein Wiederaufbau sowie die Pflege seines Erbes.

Diese Statur steht seit kurzem vor Scharwenkas „Musenhütte“ in der Moorstraße 3, in dem sich auch das einzige Musikermuseum Brandenburgs befindet

Xaver Scharwenka konnte sich dieses großzügige Sommerhaus, seine „Musenhütte“, in Bad Saarow leisten, weil er es geschafft hatte, ein international anerkannter Pianist, Komponist und Musikpädagoge zu sein. Dem erfolgreichen Netzwerker und Unternehmer war der große gesellschaftliche Aufstieg gelungen. Er war bereits 60 Jahre alt, als er 1910 auf 5700 Quadratmetern den villenartigen Bau im Gebirgsstil als Zufluchtsort für seine Familie errichten ließ. Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich in der unberührten Natur der Provinz viele einflussreiche oder zahlungskräftige Berliner nieder.

Heute ist das sanierte und 2014 wiedereröffnete Haus das einzige Musikermuseum Brandenburgs.

An der Eröffnung des neuen Ausstellungsteils nehmen neben Wolfgang Scharwenka auch Mitglieder der Lübecker Scharwenka-Gesellschaft teil. Sie wollen mit einem kleinen Programm die Einweihung begleiten. Interessierte sind herzlich eingeladen. Beginn ist 17 Uhr.

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