


an Birgitta Wollenweber überreichte Rose auf dem Flügel in Warteposition.
Mit seinen kulturellen Angeboten gibt der Scharwenka-Verein Künstlern der unterschiedlichsten Genres – dem Vermächtnis seines „Hausherren“ Xaver Scharwenka verpflichtet sind es vornehmlich Klassik-Konzerte – eine Bühne zum Präsentieren ihres Könnens. Und diese sind entsprechend der Berufserfahrung, des Alters und der künstlerischen Ausdruckskraft der agierenden Personen von meist hoher Qualität.
Der jüngste Auftritt jedoch gehört wieder einmal in die Kategorie Extraklasse. Prof. Birgitta Wollenweber gastierte mit einem Programm, das vom Publikum mit nicht enden wollendem Beifall honoriert wurde.
Die Pianistin ist nicht nur auf internationalen Festivals und bei Rundfunkanstalten präsent gewesen, sondern widmet sich als Professorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin seit fast 25 Jahren dem musikalischen Nachwuchs. So kommt der Verein in Bad Saarow bei einem Konzert auch regelmäßig in den Genuss, die jungen Leute mit ihrem qualitativ hohen Niveau im letzten Jahr ihrer Ausbildung zu erleben.
Nun aber nahm die Chefin höchstselbst auf dem Klavierhocker Platz und entlockte mit ihrem Repertoire dem Bechstein-Flügel wunderbare Töne.
Ging es zur Einstimmung im ersten Teil des Konzertes mit sechs Variationen von W. A. Mozart aus der Oper „I filosfi immaginari“ von G. Paesiello recht behutsam zu, gewannen die dann folgenden Stücke von Claude Debussy und Maurice Ravel schon gehörig an Tempo.
Nach der Pause spielte Birgitta Wollenweber von Modeste Mussorgsky „Bilder einer Ausstellung“. Jedem Kenner der klassischen Musik werden sie ein Begriff sein. Aber auch, wer sich unter den Zuhörern nicht unbedingt zu jenen zählt, hat diesen Titel gewiss schon einmal gehört. Und gerade die Konsumenten klassischer Musik, die diese hören, „nur“ weil sie ihnen gefällt, kamen bei dem Vortrag von Birgitta Wollenweber voll auf ihre Kosten nebst enormem Erkenntnisgewinn. Denn die Professorin – und dabei auch ganz in ihrem Element als Lehrende – gab vorab zu jedem der Bilder dieser Ausstellung eine Erläuterung. Und so konnte man sich dann in ihrem beeindruckenden Spiel eben zwischen den Promenaden – dem Schlendern zwischen den einzelnen Bildern – die einzelnen in Klaviermusik daherkommenden Bilder wunderbar vorstellen. Ob das in hellen, schnellen Tönen geschäftige Treiben und Streiten in den „Tuilerien“ oder im Kontrast dazu mit düsterer schwerer Musik in „Bydlo“, in der das harte Leben der Bauern bei ihrer Arbeit mit Ochsen auf dem Feld klangmalerisch dargestellt wird. Und so wechselt sich das lebhafte Bild der schnatternden Marktweiber in „Der Marktplatz von Limoges“ mit dem der unheimlichen Toten und in der Sprache der Toten in den „Katakomben“ ab.
Vor dem geistigen Auge des Zuhörers konnten sich so die alltäglichen Szenen abspielen, die Mussorgsky zu einem musikalisch äußerst kontrastreichen Ausstellungsrundgang zusammengefasst hatte.
Der Beifall der begeisterten Besucher und die von der Vereinsvorsitzenden Vera Jaspers geäußerte Hoffnung auf ein weiteres Konzert dieser Pianistin beendeten diesen stimmungsvollen Abend.