Es war im Jahr 2005, als Kerstin Straßburg in Prag ein Trio gründete – ein Ensemble bestehend aus Violine, Violoncello und Klavier – und schnell stand die Frage im Raum, wie das Trio genannt werden sollte. Nach einigem Überlegen fiel die Wahl schließlich auf den Namen Max Brod. Natürlich kennt heute jeder Max Brod als den treuen Bewahrer des Nachlasses von Franz Kafka, doch was viele nicht wissen: Max Brod, ein deutschsprachiger Schriftsteller mit österreichischer, tschechoslowakischer und israelischer Staatsbürgerschaft, hatte auch eine enge Verbindung zur Musik. Wie uns die Pianistin des Trios, Kerstin Straßburg, erläuterte, war Max Brod nicht nur Autor und wichtiger Vermittler tschechischer Kultur, sondern auch ein passionierter Musiker und Komponist. Darüber hinaus ist es seinem Engagement zu verdanken, dass die Libretti von Leoš Janáček ins Deutsche übertragen wurden. Gründe genug, sich für den Namen Max Brod zu entscheiden. Heute besteht das Max Brod Trio aus Daniela Braun (Violine), Christoph Lambrecht (Violoncello) und Kerstin Straßburg (Klavier). Alles Musiker, die sich durch hohe Professionalität, Virtuosität und tiefe Emotionalität auszeichnen.
Nach der Begrüßung durch das Vereinsmitglied Kirsten Wiedemann schenkte das Trio Max Brod, dem Publikum im gut besuchten Scharwenka Haus einen wunderbaren Konzertabend mit seinem Programm „Drei Meister, drei Epochen“. Den Auftakt bildete das Klaviertrio B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), das hervorragend von den drei Musikern gespielt wurde, besonders im zweiten Satz zeigten die Musiker ihre Qualität und beeindruckten das Publikum sehr.



Im Anschluss folgten die Bergerettes für Klaviertrio von Bohuslav Martinů (1890-1959), einem Komponisten mit böhmischen Wurzeln, der einen folkloristisch geprägten Stil pflegt. Daniela Braun stellte den Komponisten Bohuslav Martinů vor, denn dieser war den meisten im Publikum bisher nicht so bekannt. Martinů wurde als Sohn eines Turmwärters im böhmischen Polička geboren, verbrachte viel Zeit auf dem Turm seines Vaters, wo er mit seiner Geige musizierte und die Dorfbewohner mit seiner Musik erfreute – diese Erfahrung spiegelt sich in seinen Werken wider, die sowohl Virtuosität als auch Volksnähe vermitteln. Es ist für das Publikum des Scharwenka Hauses immer wieder interessant, auch Werke weniger bekannter Komponisten zu hören.
Die Pause nutzten viele Besucher, um den Fortschritt des Baus der neuen Konzertbühne im Garten des Scharwenka Hauses zu begutachten, die planmäßig fertig wird. Andere besuchten die Ausstellung „Burgen, Schlösser und Herrenhäuser rund um den Scharmützelsee“ sowie „Scharwenka privat“.

Nach der Pause freute sich das Publikum auf das Klaviertrio B-Dur von Franz Schubert (1797-1828), das zweifellos der Höhepunkt des Abends war. Die Darbietung war so herausragend und emotional, dass sie das Publikum tief bewegte – ein musikalisches Ereignis, das man nur selten in dieser Intensität erlebt. Die Emotionalität der Musiker zeigte sich besonders im Spiel von Christoph Lamprecht, der mit seiner ausdrucksstarken Mimik und Gestik die Musik lebendig werden ließ.



Am Ende wurde das Trio vom begeisterten Publikum herzlich verabschiedet und erhielt vom Team des Scharwenka Hauses als kleine Anerkennung eine Rose sowie die CD über das Leben von Xaver Scharwenka überreicht.