Gegrillte Bergbienen als Medizin

Michaela Münzberg erzählte über andere Länder, andere Sitten
Vereinsmitglied Regine Ulrich (r.) begrüßt herzlich Michaela Münzberg mit ihren Reisegeschichten „Zur Kaffeezeit“

Michaela Münzberg reist viel. Deshalb kann sie auch viel erzählen. Zum Beispiel über „Andere Länder, andere Sitten“. Ihr hörten in der Reihe“ Zur Kaffeezeit“ am 24. September zahlreiche Gäste interessiert zu, als sie über ihre ausgedehnten, oft monatelangen Fahrten nach Südasien, lebhaft und mit vielen lustigen Anekdoten berichtete. Als die „Kinder und der Mann aus dem Haus“ waren, hat sie ihr Leben verändert und ist sie aufgebrochen nach Bali, Nepal und Indien, um Menschen und Land hautnah zu erleben. Dabei hat sie viel Schönes, aber auch viel Leid gesehen. Zum Beispiel Kinder, die sich mit Lasten tragen ihr Schulgeld verdienen mussten.

Angelika Otto wurde in einen Sari gewickelt. Der Mann in einen Sarong. Fotos: Ruth Buder

Viele lustige und nachdenkliche Geschichten hatte sie mitgebracht. So hatte sie gelernt, dass das Herausstecken der Zunge durchaus eine ehrenvolle Begrüßung sein kann. Und während in Deutschland „alte Kuh“ eine glatte Beschimpfung darstellt, gilt „alt“ in diesen Ländern als weise und die Kuh als heilig, als Gottheit. Wenn man in Bali zum Essen eingeladen wird, dann sollte man wissen, dass man allein isst, denn das Essen gilt als Geschenk – nur für den Gast. Michaela Münzberg hat erlebt, wie nach einer Unpässlichkeit gebratene eiweißreiche Bergbienen sie gesunden ließen. „Die schmecken wie Erdnussflips“. Kurzerhand ließ sie auch die Gäste mal von den gerösteten Grillen naschen …

Sehr eiweißreich: gegrillte Insekten

Die reiselustige Erzählerin berichtete von den „megagroßen Zeremonien“ in Bali, wenn ein Kind geboren wird, denn die Hindus glauben „es könnte die verstorbene Tante sein, die nun zurückkehrt“. Erst ab dem 105. Tag gilt das Kind als irdisch, ab dem 110. Tag bekommt es einen Namen. Sie sei fasziniert von der Weltanschauung, dass Gutes und Schlechtes zusammengehören. Passiere etwas Schlechtes, wie ein Erdbeben, wird danach eine Fete gefeiert. „Ähnlich, wenn ich nach einem schlechten Arbeitstag, mir ein paar schöne Schuhe gekauft habe, um mich aufzumuntern.“

Gelernt hat sie auch, wie man aus verfänglichen Situationen herauskommt, ohne die Landsleute zu verletzten und warum dünne Männer oft eine füllige Frau wünschen: Das hänge mit den komplementären Kräften Yin und Yang zusammen, Gegensätze, die einander bedingen. Und viel gewitzelt wurde auch, darüber, dass es in Nepal vorkommt, dass Frauen mehrere Männer haben.

Ganz begeistert zeigte sie sich von der farbenprächtigen Kleidung der Menschen in diesem Landstrich. Zwei Gäste holte sie auf die Bühne, die sich bereitwillig mit einem Sarong (Männerrock) und einem Sari (oder Saree) der von Frauen als Wickelrock, oft 5-7- Meter lang, oder als Schulterüberwurf getragen wird, verkleiden. Ein unterhaltsamer Nachmittag – zum Lachen und Nachdenken.