Graz Apotheke AT

Ein Abend voller Überraschungen und musikalischer Vielfalt

Musik, Kabarett und klischeefreie Pointen mit Marco Tschirpke

Am 31. Januar war das Scharwenkahaus wieder ausverkauft. Mit dem Titel „Empirisch belegte Brötchen“ lockte der Musik-Kabarettist Marco Tschirpke. Dieser Titel sorgte unter den Besucherinnen und Besuchern für neugierige Blicke und Spekulationen: Was könnte dahinterstecken? Die Antwort auf diese Frage ließ Marco Tschirpke bis zum Ende des Programms offen und sorgte damit für zusätzliche Spannung.

Gleich am Anfang betonte Marco Tschirpke, dass sein Programm keinen roten Faden hat. Die Details tauchen auf wie Farbtupfer auf einer Leinwand, scheinbar spontan, nebeneinander stehend, und doch: Wer sich auf das Abenteuer einlies, entdeckte die feinen Fäden, die das Ganze zusammenhielten. Es war ein Spiel zwischen Zufall und Absicht. Der Gedanke drängte sich auf: Ist es Improvisation oder verbirgt sich dahinter jene leise Genialität, die erst im Nachgang sichtbar wird?

Das Ehepaar Monika und Peter Nestmann war extra aus Berlin-Lichterfelde angereist, um Marco Tschirpke live zu erleben, von dem sie schon viel gehört hatten, besonders überzeugt waren sie von seinem „Wortwitz“.

Geprägt war das Programm von den sogenannten „Lapsusliedern“ des Künstlers, die sich durch ihre außergewöhnliche Kürze auszeichnen – keines dauerte länger als 20 bis 80 Sekunden. Diese Lieder stellen im Bereich des Klavierkabarettsongs eine Innovation dar. Es gelang Marco Tschirpke, trotz der knappen Länge dieser Lieder seine musikalische Vielseitigkeit und Virtuosität auf beeindruckende Weise zu präsentieren. Sein virtuoser Klavierstil, verlieh den Liedern eine besondere Note und begeisterte das Publikum mit technischer Raffinesse und originellen Melodien. Auf charmante und humorvolle Weise klärte Marco Tschirpke auch über die Stilrichtung „Dirty Kadenzing“ auf.

Passend dazu trug er eigene Gedichte vor, die sich durch klischeefreie Pointen und einen interessanten Wortwitz auszeichneten. Seine Texte überzeugten durch einen intelligenten Umgang mit den Erwartungen des Publikums und sorgten immer wieder für überraschende Wendungen und spontane Lacher im Saal.

Auch auf der Ukulele, die er liebevoll „Vokuhila“ nennt, wusste Marco Tschirpke zu überzeugen.

Im Verlauf des Abends zeigte sich der Künstler als Meister der intelligenten Satire. Er spielte gekonnt mit den Erwartungen der Gäste, brach Klischees und setzte auf feine Ironie. Seine „Pole“ – also die pointierten Höhepunkte seiner Darbietung – waren ebenso unterhaltsam wie nachdenklich und ließen das Publikum bis zum letzten Programmpunkt gespannt rätseln, was es mit dem Titel der Veranstaltung auf sich hatte.

Sogar Xaver Scharwenka, der Erbauer des Hauses und Namensgeber des Kulturforums, war für Marco Tschirpke kein Unbekannter. So berichtete er, dass er bereits als Kind gemeinsam mit seinem Vater den Walzer Nr.2 aus Opus 44, ein Musikstück komponiert von Xaver Scharwenka, üben musste. Und Xaver Scharwenka lieferte noch einen weiteren, tatsächlich ungeplanten Programmpunkt. Beeindruckt von dem purpurroten Gewand, welches auf einem Ständer die Bühne ziert, konnte Marco Tschirpke es sich nicht verkneifen, über dessen Bedeutung nachzudenken. Die Vorsitzende des Scharwenka Kulturforums Vera Jaspers klärte auf: Es handelt sich um eine aus Pannesamt gefertigte Kopie des Mantels, den Xaver Scharwenka auf dem ebenfalls auf der Bühne befindlichen Gemälde trägt. Dieses Gemälde stellt Xaver Scharwenka im Ornat eines Senators der Akademie der Künste zu Berlin dar. Der Originalmantel ist natürlich aus richtigem Samt und müsste laut Vera Jaspers ca. 12 kg wiegen. Klar, meinte Marco Tschirpke dazu, „Man trägt immer schwer an der Bürde seines Status“.

In der Pause und am Ende der Veranstaltung konnten die Gäste auch einige Bücher von Marco Tschirpke erwerben, leider ist das Buch mit dem Titel „Empirisch belegte Brötchen“ bereits vergriffen, was den Besucher Peter Nestmann aus Berlin schon etwas traurig machte, hatte er doch gehofft, hier noch ein Exemplar zu ergattern.

Die Veranstaltung „Empirisch belegte Brötchen“ im Scharwenka Kulturforum war ein voller Erfolg. Marco Tschirpke begeisterte mit seinem einzigartigen Musik-Kabarett, virtuosem Klavierspiel und klischeefreien, intelligenten Texten. Am Ende des Programms wusste jeder Besucher, was es mit dem ungewöhnlichen Titel auf sich hatte – und nahm neben musikalischen Eindrücken auch jede Menge Denkanstöße und gute Laune mit nach Hause und Marco Tschirpke eine Rose und die CD über das Leben von Xaver Scharwenka.

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