
Außerordentlich groß war das Interesse an der neuen Kunstausstellung im Obergeschoss des Scharwenka Kulturforums. Nach der sehr schönen Keramikausstellung der „Kunstwerkstatt im SaarowCentrum“ folgt nun die Malerin und Grafikerin Julia Tomasi Müntz. Die Leipzigerin hat aber in der Region ihr zweites Zuhause. „Leipzig ist Arbeit, Wendisch-Rietz ist Hobby“, bekannte sie lächelnd am Rande der Ausstellung. In Wendisch-Rietz betreibt sie seit einigen Jahren ein Ateliercafé, in dem es nicht nur guten Kuchen gibt, man kann hier auch ihre Kunst anschauen und genießen. Nun auch vorübergehend bis zum 30. August im Scharwenka Kulturforum.

Rund 50 Gäste waren zur Eröffnung gekommen, der Konzertsaal war gut gefüllt, als zwei junge Männer einen wunderbaren musikalischen Auftakt boten – Lenny Nickel am Klavier und Constantin Kinner mit seiner Geige. Die beiden 17-Jährigen aus Wendisch-Rietz und Görsdorf nennen ihr Instrumentalduo „Viano“, sind schon öfter öffentlich aufgetreten und angenehm aufgefallen.

Danach ging es hoch in die erste Etage, wo 19 groß- und kleinformatige Bilder von Julia Tomas Müntz aufgehängt worden waren, alles organisiert von der Kunstgruppe der Fördervereins Kurort Bad Saarow. Statt einer Laudatio führte Brigitte Nixdorf, Mitglied der Kunstgruppe, ein kurzweiliges und erhellendes Gespräch mit der Künstlerin – zu ihrer Person, ihrer künstlerischen Entwicklung und zu ihren Arbeiten. In diesen ist nicht zu übersehen, dass Julia Tomasi Müntz auch ein drittes Zuhause hat – Andalusien. Auffällig auch ihre Verbindung von Malerei und Grafik – zeichnerische Linien bringen Formen in die farbige Fläche. In ihren abstrakten Malereien tauchen häufig Gesichter auf, aber ohne Mimik und Gestik, nur als ovale Form – es erscheint die Künstlerin, sie schaut aus dem Bild heraus, als will sie sagen: „Ich sehe die Welt durch meine Augen, durch meine Seele.“ Warum ihre Bider keine Titel haben, will Brigitte Nixdorf wissen. „Titel sind oft irritierend“, sagt Julia Tomasi Müntz. Der Betrachter sei nicht mehr so frei, er solle doch sehen und fühlen, was er möchte.

Angesprochen auf ihren berühmten Vater, den Maler Hartwig Ebersbach, bekannte Julia Tomasi Müntz in einem „verrückten Künstlerhaushalt“ aufgewachsen zu sein und schon früh den Geruch von Terpentin geliebt zu haben. Sie möchte nicht DIE Tochter von Ebersbach sein, aber sie wisse, dass ihr Vater sehr stolz auf sie sei.
In über 27 Ausstellungen waren die Arbeiten der freiberuflichen Malerin und Grafikerin bereits zu sehen. Nun auch in Bad Saarow. Besichtigen kann man die Bilder bis Ende August zur Öffnungszeit des Hauses am Sonnabendvormittag, während und nach Veranstaltungen sowie am Tag der offenen Tür am Sonnabend, 13. Juni, von 13 bis 18 Uhr. Die Bilder können auch käuflich erworben werden.