Im kleinen Salon bei Scharwenka

Museum im Obergeschoss erweitert / Feierliche Eröffnung mit Gästen aus Lübeck am 18. März
Ilona Genschmar, Stellvertretende Vereinsvorsitzende, leitet auch die Museumsgruppe. Deren Mitglieder haben „Scharwenka privat“ im Obergeschoss ausschließlich in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit eingerichtet. Mit dabei auch Regine und Rolf Ulrich.

In einer kleinen Feierstunde mit interessierten Gästen, Sekt und Snacks ist am Mittwoch (18.2.) der neue Museumsteil im Scharwenka Kulturforum eröffnet worden. Zu der bereits vorhandenen Ausstellung über das Leben und Werk des Komponisten und Musikpädagogen Xaver Scharwenka (1850-1924), heißt es nun ergänzend  im Obergeschoss „Scharwenka privat“.

Fotos von Xaver Scharwenka und seiner Familie
Mit moderner Technik, gemütlich in Sesseln sitzend (Foto vorn zeigt den Stiftungsvorsitzenden Prof. Dr. Stefan Koch (l.) und den Urgroßneffen Wolfgang Scharwenka) kann man eingelesene Briefe von Xaver Scharwenka an seine Töchter und ein sehr schönes Feature hören.

Die Besucher können sich quasi in den „Salon“ zurückziehen, auf zwei moosgrünen Samtsesseln Platz nehmen und über eine Audiothek sehr persönliche und liebevolle Briefe Scharwenkas – Teile von diesen sind auch an den Wänden in gerahmten Bildern zu sehen –  an seine erwachsenen Töchter hören. Darin schreibt er ihnen unter anderem von seinem Sommerhaus in Bad Saarow, seiner „Musenhütte“, und dem dazugehörigen großen Garten.  Eingelesen wurden die Briefe von seinem Urgroßneffen Wolfgang Scharwenka, der in Süddeutschland wohnt, aber gemeinsam mit seiner Frau zur Eröffnung gekommen war. Zu hören ist auch ein Feuilleton, das im Deutschlandfunk Kultur gesendet worden war, und die ganze Geschichte Scharwenkas und seiner „Wiedergeburt in Bad Saarow“ musikalisch untermalt erzählt. Denn zu DDR-Zeiten kannte ihn hier niemand, seine „Musenhütte“ war Café und Weinstube. Danach drohte der Verfall.

Annette Töpel (Klavier) und Michael P. Schulz (Texte) vom Vorstand der Scharwenka-Gesellschaft Lübeck bereicherten die Veranstaltung.

Gäste bei der Eröffnung waren auch Vorstandsmitglieder der befreundeten Scharwenka-Gesellschaft Lübeck mit Michael P. Schulz und Annette Tölpel. Sie hatten ein kleines Programm mitgebracht: Er las aus der Scharwenka Autobiografie „Klänge aus meinem Leben“, sie intonierte passend dazu Werke aus seinem „Album für die Jugend“.

Plaudereien am Rande

Bevor man den salonartigen Teil des Obergeschosses betritt, sind im vorgelagerten Bereich einige Stücke aus dem privaten Besitz der Familie Scharwenka, wie sein Schreibtisch mit Lampe sowie eine Vitrine zu sehen. Diese dient zur Aufbewahrung der persönlichen fortgeschriebenen Notendrucke von Xaver Scharwenka und den Noten zu seiner einzigen Oper „Mataswintha“. Ergänzt wird die kleine Ausstellung mit Silber aus der Familie sowie zahlreichen Familienfotos.

Elisabeth Heise-Glass (l.) hat das Scharwenka-Ensemble gegründet, das am 22. Februar 2026 im Scharwenkahaus Premiere hat. Hier unterhält sich die Geigerin mit den Lübecker Gästen über mögliche Auftritte in der Marzipanstadt.

Die Idee zur Erweiterung der Ausstellung hatte die Museumsgruppe des ehrenamtlichen Vereins Scharwenka Kulturforum e.V. unter Leitung von Ilona Genschmar, stellvertretende Vorsitzende. Auch alle Arbeiten wurden von der Museumsgruppe im Ehrenamt ausgeführt, lediglich die Kosten für die Anschaffung der Sessel, für Drucke, Bilderrahmen und Technik wurden aus der Vereinskasse bezahlt. Das Museum – es ist übrigens das einzige Musikermuseum in Brandenburg – kann immer sonnabends von 10 bis 13 Uhr besichtigt werden, außerdem während der Veranstaltungen (vorher, nachher oder in der Pause) sowie nach telefonischer Anmeldung (Tel. 015205134675).

Diesen Mini-Scharwenka hat Peter Bergler – hier mit Vera Jaspers – erdacht und in Porzellan „gegossen“. Die kleine Figur kam sehr gut an und ist ein nettes Geschenk.

Für einen netten Gag am Rande der Einweihungsfeier sorgten dann noch Vereinsvorsitzende Vera Jaspers und Peter Bergler, der Ehemann des Vereinsmitglieds Sylvia Bergler. Er hatte die Idee, den großen Scharwenka, der seit Dezember als lebensgroße Statue im Vorgarten steht und von dem Künstler Simeon Decker geschaffen worden war, als Mini-Statue zu doubeln. Mit einer Silikonschablone und Porzellanpulver schuf er zur allgemeinen Freude den Mini-Xaver, der beliebig vervielfältigt werden kann. Zu dem feierlichen Anlass wurde nun vier Exemplare verschenkt: an die befreundete Scharwenka-Gesellschaft in Lübeck, an den Urgroßneffen Xaver Scharwenka, an den Stiftungsvorsitzenden Prof. Dr. Stefan Koch und an das aktive Vereinsmitglied Lutz Storr. Peter Bergler wurde für seine tolle Idee vielfach gelobt und beklatscht.