Ein musikalischer Ausflug nach Bad Saarow

Mitarbeiter und Freunde der Burg Beeskow zu Besuch

Geschichte, Musik und eine besondere Begegnung mit Xaver Scharwenka: Bei der Exkursion „Picknick mit Musik“ erlebten Mitarbeiter und Freunde des museum oder-spree einen abwechslungsreichen Nachmittag im Scharwenka-Kulturforum in Bad Saarow.

„Lauschen und Lärmen“ – dies ist das diesjährige Motto des museum oder-spree auf der Burg Beeskow.

In diesem Jahr führte eine Ausstellung auf der Burg die Besucher auch zu einem besonderen Kapitel: einer kleinen Abteilung über Xaver Scharwenka. Die Präsentation weckte bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums die Neugier und inspirierte sie zu einer besonderen Exkursion unter dem Titel „Picknick mit Musik“ in das Scharwenka-Kulturforum nach Bad Saarow.

Im Scharwenka-Haus angekommen, wurden die Gäste herzlich von den Mitgliedern des Scharwenka-Kulturforum-Vereins empfangen. Den Auftakt bildete eine informative und zugleich spannende Führung durch das historische Haus. Dabei erfuhren die Besucher viel über das Leben und Wirken von Xaver Scharwenka, aber auch über die Geschichte des Hauses selbst. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde von Scharwenka als „Musenhütte“ errichtet und ist bis heute ein besonderer Ort, an dem Kunst, Musik und Geschichte auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden sind.

Ein besonderes Interesse galt dabei dem Steinway-Welte-Reproduktionsklavier. Auf diesem mehr als 100 Jahre alten Instrument ist es möglich, Scharwenkas eigenes Klavierspiel (und das vieler anderer Pianisten) zu hören und damit gewissermaßen einer musikalischen Begegnung mit dem Komponisten und Pianisten selbst beizuwohnen. Das wertvolle Instrument ist inzwischen allerdings nicht ganz frei von altersbedingten Problemen.

Glücklicherweise befand sich unter den Besuchern auch Wolfgang Haas. Als Restaurator für Musikautomaten und Verantwortlicher für das Musikmuseum auf der Burg Beeskow ist er ein ausgewiesener Spezialist für Reproduktionsklaviere. Kurzerhand nahm er sich des Instruments an und konnte durch einige gezielte Einstellungen den Klang des Klaviers deutlich verbessern. Zugleich versprach er, das Reproduktionsklavier bei nächster Gelegenheit gründlich zu überholen. So dürfen wir hoffen, dass das wertvolle Instrument bald wieder in bestmöglichem Zustand erklingen und uns die Musik vergangener Zeiten auf ganz besondere Weise näherbringen kann.

Nach den vielen Eindrücken durfte natürlich auch eine Stärkung nicht fehlen. An einem liebevoll vorbereiteten Buffet kamen die Gäste miteinander ins Gespräch und konnten sich für den musikalischen Teil des Nachmittags stärken.

Und der eigentliche musikalische Höhepunkt des Tages folgte.

Zwei Mitglieder des Xaver-Scharwenka-Ensembles nahmen Platz und entführten das Publikum mit Geige und Klavier in die Welt der klassischen Musik. Elisabeth Heise-Glaas an der Geige und Erika Leroux am Klavier spielten mit großer Hingabe Werke der drei großen „B“ – Bach, Beethoven und Brahms.

Mit musikalischem Feingefühl und sichtbarer Freude am gemeinsamen Musizieren erfüllten die beiden Musikerinnen den Raum. Ein besonderer Höhepunkt war dann das berühmte „Gebet“ aus Jules Massenets Oper Thais. Auch ein Werk der Scharwenka-Brüder durfte in diesem Programm nicht fehlen. Die Musikerinnen hatten eine Sonate von Philipp Scharwenka ausgesucht, da Philipp, mit der Geigerin Marianne Scharwenka-Stresow verheiratet, eine Vielzahl von Kompositionen für die Violine geschrieben hat. Die Darbietung wurde vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen und mit herzlichem Applaus belohnt. Auch die sympathischen Musikerinnen freuten sich sichtlich über die Wertschätzung und die besondere Atmosphäre dieses Nachmittags.

Anschließend hieß es für die Gäste Abschied nehmen. Mit vielen Eindrücken im Gepäck ging es weiter zu einer gemütlichen Kremserfahrt.

So wurde aus einer Exkursion ein rundum besonderer Tag: ein Tag zum Lauschen und Lärmen, zum Entdecken und Genießen, zum gemeinsamen Erleben von Geschichte, Kultur und Musik.

Und vielleicht war es genau das, was diesen Besuch so schön machte: Im Scharwenka-Haus begegneten sich Vergangenheit und Gegenwart, Menschen und Musik – und wieder wurde die „Musenhütte“ zu einem Ort, an dem Kunst lebendig wurde. Und so wurde dieser Tag zu einem Auftakt einer engeren Kooperation der beiden Einrichtungen.