
Fotos: Ruth Buder
Wie klingt der Landkreis Oder-Spree? Diese Frage stellt die neue Jahresausstellung „polyphon – lauschen und lärmen“ auf der Burg Beeskow. Am vergangenen Sonntag, 22. Februar, ist sie feierlich eröffnet worden. Drei Mitglieder des Vorstandes des Scharwenka Kulturforums e.V. waren dabei. Und das aus gutem Grund. Denn wenn es ums „lauschen und lärmen“ geht, dann kommt auch der Pianist, Komponist und Musikpädagoge Xaver Scharwenka (1850-1924) ins Spiel. Der Saarower Verein und die Stiftung, in Person des Vorsitzenden Prof. Dr. Stefan Koch, haben auf Bitten der Burg Exponate von Xaver Scharwenka zur Verfügung gestellt, um eine große Glasvitrine zu bestücken.

Gleich am Eingang der Ausstellung im Obergeschoss weist ein Bild des Künstlers auf einem Stehpult auf die danebenstehende Vitrine hin. Was ist darin alles zu sehen? Die Autobiografie von Scharwenka „Klänge aus meinem Leben“, ein Dokument aus seiner Zeit in New York in Scharwenka „Conservatory of music“ in der 81 Fifth Avenue, eine Papierrolle für das mechanische Klavier mit Polnischen Tänzen, ein Brief an „Fräulein Lucie Isolde“, seine Tochter, den er nach Berlin geschickt hatte, Postkarten aus vielen Teilen der Welt an seine Familie, CD‘s mkt seiner Musik sowie der Kragen seines Ornats, den Scharwenka als Senator der königlich-preußischen Akademie der Künstle getragen hat. Genäht hat ihn der Bad Saarower Maßschneider Thomas Borgmann-Hartmann, der bereits den Ornat geschneidert hat, der in voller Größe im Scharwenka-Museum zu sehen ist.

Natürlich gibt es noch viel mehr zu sehen und zu erleben in der Ausstellung „polyphon – lauschen und lärmen“. Jedes Jahr bestückt die Burg eine neue Jahresausstellung, die immer angelehnt ist an das Kursbuch mit Geschichten aus dem Landkreis, das jedes Jahr unter einem bestimmten Motto erscheint. In diesem Jahr hieß es „vom lauschen und lärmen“. In den vergangenen Jahren ging es unter anderem ums „kommen und gehen“ oder „aufbauen und abreißen“.
Ein Besuch in der neuen Jahresausstellung „polyphon – lauschen und lärmen“ lohnt sich!