„Ham Sie so’n Ding, das die Treppe runtergehen kann, ganz alleine! Ohne Beine! Nein, ich meine dieses Ding, das die Treppe runtergehen kann. Und es macht sss sss. Kenn‘ Sie das nicht? Haben Sie nicht das Ding? Ja wie heißt denn nur das Ding?!!“-Nur eines der witzigen Themen, die Maria Thomaschke begleitet von dem exzellenten Pianisten Nikolai Orloff an diesem Abend in einem Chanson, (diesen hier von Sebastian Krämer) verpackt hatte. Was gemeint war, zeigt das Foto:

Die Sängerin hat eine Bandbreite von Gefühlen interpretiert und dabei alles gegeben. Schauspielerisch untermalt mit toller Gestik, Mimik, Verwandlung und Bewegung entstanden so die Geschichten-Lieder. Alles handelte eigentlich von den Impressionen und heimlichen gewollten und ungewollten Beobachtungen, die man in einem Berliner Mietshaus vom Hinterhof in die verschiedenen Wohnungen gegenüber haben könnte: Das junge Ehepaar, diskutierend und eingerahmt von den Umzugskisten und IKEA-Möbeln, zwei alte Damen, die nachts Tango tanzen, der depressive Nachbar und das alte Ehepaar, bei dem sehr oft nachts das Licht an und ausgeht. Die Stimmung, wenn man nachts nicht schlafen kann und aus dem Fenster schaut, die Fantasie, die dann die Schicksale der Beobachteten zu einer kleinen Geschichte spinnt.


Kennen Sie das auch? Sie haben zu einer Party eingeladen, die Gäste kommen zu früh, die bringen ihren eigenen Wein mit, sie kommen ungefragt in die Küche und bieten ständig ihre Hilfe an, gucken in alle Schränke und wissen zu allem, wie man es besser machen kann. „ICH bin der Gastgeber, jaaaa!!!“ mit Leidenschaft vorgetragen, dazu der treffende Ausruf: „Die Küche ist kein Mitmachtheater!“ einfach großartig und herrlich komisch!

Es war ein tolles Programm, das hier von den Künstlern zusammengestellt wurde, heiter, witzig, melancholisch, Lieder von Hildegard Knef, Hermann van Veen, Georg Kreisler, Sven Regner, Eisler/Brecht um nur einige zu nennen. „Ich bin ja heut so glücklich“ von W.R. Heymann wurde mit so großer Fröhlichkeit rausgeschmettert, dass man sich einfach mitfreuen musste. Und das Geständnis „Ich habe dich immer geliebt“ mit passendem Accessoire einer verwöhnten Ehefrau eines sehr reichen Mannes, der sich nun scheiden lässt, wurde mit so viel Gefühl vorgetragen, dass man ja fast Mitleid bekam. Maria Thomaschke war großartig mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten, die sie gleichzeitig einsetzte. Ein letzter Song wurde dem Pianisten gewidmet, der „zartfühlend“ immer wieder ihre Stimmung erfasst und entsprechend die Begleitung variiert.

Das Publikum war begeistert und hat sich bei der Zugabe besonders über ihre Schwärmerei über einen Neandertaler als Partner amüsiert. Nach dem reichlichen Beifall und der Überreichung der Geschenke gab es auch noch eine zweite Zugabe.
In diesem Jahr wird es ein neues Programm der beiden Künstler mit dem Titel „Das Glück rennt hinterher“ geben, sicher ein Anlass, sie dann im nächsten Jahr wieder einzuladen.