Pittoreske Klaviermusik

Ein Klavierabend mit Prof. Wolfgang Glemser

Am Samstagabend erlebte das Scharwenka Kulturforum einen besonderen Klavierabend unter dem Titel „Pittoreske Klaviermusik“. Professor Wolfgang Glemser begeisterte das Publikum mit einem facettenreichen Programm, das eine pittoreske Klaviermusik in den Mittelpunkt stellte.

Diesmal eröffnete Martina Jank vom Team des Scharwenka Kulturforums den Abend. Mit ihrer lockeren charmanten Art begrüßte sie die Gäste, stellte den Pianisten vor und führte in das Thema des Abends ein.

Wolfgang Glemser moderierte das Konzert mit großer Sachkenntnis und gab zu jedem Stück interessante Einblicke in die Entstehung und Bedeutung der Werke. Besonders fesselnd war seine Erläuterung des Themas „Pittoreske Klaviermusik“, eine Verbindung zwischen Musik und Bild, die den Zuhörern ein neues Verständnis für die Kompositionen eröffnete. Pittoreske Klaviermusik zeichnet sich dadurch aus, dass sie Bilder und Stimmungen musikalisch erfahrbar macht. Musik wird dabei nicht nur gehört, sondern auch im Geiste gesehen – sie schafft imaginäre Landschaften und Szenen. Die Beziehung zwischen Musik und Bild ist hier besonders intensiv: Komponisten wie Mussorgsky und Liszt nutzen musikalische Motive, um visuelle Eindrücke zu erzeugen, und ermöglichen dem Publikum, sich Klangbilder plastisch vorzustellen.

Das Programm begann mit zwei Stücken von Chopin, bei denen die Verbindung zwischen Musik und Bildern zunächst nicht eindeutig erscheint, doch in den Stücken „Berceuse“ und „Barcarolle“ wurde dies sehr deutlich spürbar. Im Anschluss präsentierte Professor Glemser Kompositionen von Liszt, die durch ihre virtuose und bildhafte Gestaltung beeindruckten.

Ein weiterer Höhepunkt war ein Werk von Leopold Godowsky, der zu einer Generation von Pianisten gehört, die bereits weltweit unterwegs waren. Godowsky reiste unter anderem nach Java und ließ die dortige traditionelle Musik in seine „Java Suite“ einfließen, was das Konzert besonders interessant machte. Der absolute Höhepunkt des Abends war nach der Pause die Aufführung von Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“, die das Konzept der pittoresken Musik eindrucksvoll verdeutlichte.

Wieder war der Konzertsaal des Scharwenka Kulturforums bis auf den letzten Platz ausverkauft. Zahlreiche Musikbegeisterte hatten sich eingefunden, um Professor Glemser live zu erleben. Die Stimmung war konzentriert und zugleich herzlich, was die Wertschätzung für die Künstler unterstrich. Mitten unter den Gästen befand sich Himori Watanabe aus Japan, die an der BTU Cottbus bei Professor Wolfgang Glemser im Fach Klavier studiert. Professor Wolfgang Glemser, der als erster Pianist einen Ruf an die damalige Hochschule Lausitz für das Fachgebiet Klavier/Klavierdidaktik erhielt, unterrichtet seit 1996 an der BTU Cottbus. Die Anwesenheit von Himori Watanabe zeigt auch, wie international die Studentenschaft an dieser Universität ist.

Zum Abschluss bedankte sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus bei Professor Glemser. Natürlich gab es auch Zugaben und besonders freuten sich die Gäste über ein Stück von Xaver Scharwenka. Wolfgang Glemser hat bereits seine Begeisterung für Musik von Xaver Scharwenka entdeckt und es besteht der Plan das dritte Konzert für Klavier und Orchester cis-Moll, Op 80 einzustudieren. Als gebürtiger Freiburger kennt er sich natürlich auch mit dem Welte-Reproduktionsklavier aus (die Firma M. Welte & Söhne war in Freiburg im Breisgau ansässig), dessen Aufnahme-Technik, die bis heute nicht entschlüsselt ist, ihn besonders fasziniert.

Die Resonanz auf das Konzert war durchweg positiv; viele Besucher äußerten sich begeistert über die Verbindung von bildlicher Vorstellungskraft und musikalischer Ausdrucksstärke. Im Namen des Publikums und des ehrenamtlichen Teams des Scharwenka-Kulturforums bedankte sich Martina Jank bei Professor Wolfgang Glemser mit der bereits gut bekannten „Moorleiche“ und einer CD über das Leben von Xaver Scharwenka.