Am Sonnabend, den 13. Juni, öffnete das Scharwenka Kulturforum in Bad Saarow wieder seine Türen zum Tag der offenen Tür. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das Haus und sein vielfältiges Angebot kennenzulernen.
Im gemütlichen Kaffeegarten, wegen des Wetters in die Veranda verlegt, wurden die Gäste mit frisch gebrühtem Kaffee sowie selbstgebackenem Kuchen verwöhnt, liebevoll zubereitet von den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. In entspannter Atmosphäre kamen viele Besucher ins Gespräch und genossen den Aufenthalt.


Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den angebotenen Führungen durch das historische Scharwenka-Haus. Dabei erfuhren die Gäste Wissenswertes über die Entstehung des Gebäudes: Wer es erbaut hat, wann es entstand und wie seine Konstruktion erfolgte. Auch die aufwendige Sanierung und Rekonstruktion wurden erläutert. Zudem wurde über die Initiatoren, Evelinde Trekner, Lutz Storr, Peter Wachalski, Carola Petzold und Gerlinde Stobrawa, informiert, die den Umbau und die heutige Nutzung als Kulturforum möglich gemacht haben.
Im ersten und einzigen Musiker-Museum Brandenburgs erfuhren die Gäste eine Menge über das Leben und Werk Xaver Scharwenkas (1850-1924), dem ursprünglichen Besitzer des Hauses. Xaver Scharwenka, ein in seiner Zeit äußerst populärer Musiker, Pianist, Komponist, Musikpädagoge und Geschäftsmann war in Bad Saarow lange Zeit wenig bekannt, erfährt jedoch durch das Kulturforum zunehmend neue Aufmerksamkeit und Anerkennung.
Das Highlight der Veranstaltung war erneut das beeindruckende Reproduktionsklavier. Dieses besondere Instrument gibt Musik über Papierrollen wieder, die mit einem speziellen Verfahren aufgezeichnet wurden. Es ist eine faszinierende Synthese aus Handwerk und Technologie, bringt ein Stück lebendige Musikgeschichte in unsere moderne Welt. Mit seiner Fähigkeit, die feinsten Nuancen einer Klavierdarbietung detailgetreu wiederzugeben, öffnet es ein Tor zur musikalischen Interpretation längst vergangener Meister. Jedes Stück, das auf einem solchen Instrument erklingt, ist wie eine kleine Zeitreise, die uns erlaubt die Intention der ursprünglichen Künstler zu erspüren und zu genießen. Bei dieser Präsentation hörten die Gäste den „Polnischen Tanz Nr. 4“ von Xaver Scharwenka selbst eingespielt. Das Scharwenka Kulturforum besitzt mehr als 100 solcher Rollen mit Einspielungen bedeutender Pianisten aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. So wird das Reproduktionsklavier zu einem echten Schatz für Musikliebhaber die sich nach Authentizität und einem Hauch von Geschichte sehnen.

Im Obergeschoss konnten die Besucher die Ausstellung „Scharwenka privat“ erleben sowie die neue Ausstellung der Kunstgruppe des Fördervereins „Bilder ohne Titel“ der Malerin und Grafikerin Julia Tomasi Müntz besichtigen. Die faszinierende Ausstellung „Schlösser, Burgen und Herrenhäuser“ zeigte unter der Führung von Martin Kramberg die Welt der historischen Baukunst und der Geschichte der Schlösser und Herrenhäuser rund um den Scharmützelsee.
Und es gab für die Gäste noch eine Überraschung: Egbert Steinick am Flügel und die Sängerin Andrea boten Auszüge aus ihrem Programm „50 Welthits aus 50 Jahren“ mit dem sie das Publikum in fast privater Atmosphäre begeisterten. Besonders gut kamen bekannte Stücke wie „Let It Be“ von den Beatles, der Lieblings-Popsong von Egbert Steinick und dessen Lieblings-Lied „Hallelujah“ von Leonard Cohen an, die von Andrea mit ihrer außergewöhnlichen Stimme eindrucksvoll vorgetragen wurden.

Zum Abschluss lohnte sich noch ein Blick auf die neue Konzertbühne im Garten des Scharwenka Hauses, die nun fertig gestellt ist und sich wunderbar in den Garten einfügt. Am 21. Juni 2026 wird diese Bühne mit einem Konzert des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde eingeweiht.

So bot der Tag der offenen Tür allen Besuchern einen abwechslungsreichen Einblick in die kulturelle Arbeit des Hauses.