
Das Scharwenkahaus in der Bad Saarower Moorstraße steht unter Denkmalschutz – also ganz klar, dass es auch am bundesweiten Tag des offenen Denkmals seine Pforten öffnete und zu Führungen einlud. Die Resonanz war sehr gut. An die 80 Gäste kamen im Laufe des Nachmittags in das Haus, um sich umzusehen und von erfahrenen ehrenamtlichen Mitarbeitern alles erklären zu lassen. Ilona Genschmar, Susanne Kirschen und Lutz Storr verstehen es immer wieder, unterhaltsam die Gäste über das Haus, die Künstlerfamilie Scharwenka und die Arbeit des Vereins zu informieren.


Die Gäste hatten auch Gelegenheit, sich an Hand von Tafeln einen Überblick über alle geschützten Denkmale in Bad Saarow zu verschaffen und in einer Multimediashow am Bildschirm Saarows Traumhäuser und bekannte Persönlichkeiten zu entdecken. Ungebrochen ist das Interesse an der Dauerausstellung „Burgen, Schlösser und Herrenhäuser rund um den Scharmützelsee“ von Martin Kramberg, der ebenfalls für Fragen und Gespräche zur Verfügung stand.

Zudem nutzten die Gäste die Möglichkeit, einen Blick auf die Bilder der Grafikerin Veronika Urban zu werfen, die zurzeit im Scharwenkahaus ausstellt. Es gab also sehr viel zu sehen und zu entdecken. Vor allem für diejenigen, die zwar schon oft von „Scharwenkas Musenhütte“gehört oder gelesen, aber noch nie den Weg hierher gefunden haben. Obwohl sie bereits 35 Jahre in Bad Saarow wohnen, waren auch Solweig Friedrich und ihre Tochter Katharina das erste Mal im einzigen Musikermuseum Brandenburgs zu Gast und staunten nicht schlecht darüber, wie professionell ein ehrenamtlicher arbeitender Verein das Haus führt.

Zahlreiche Besucher nahmen sich die Zeit, in der Veranda oder im Garten – es kam sogar noch die Sonne raus – Platz zu nehmen, Kaffee und Kuchen zu genießen. Auch Ines und Michael Neumann aus Reudnitz, ein kleines Dorf nahe Beeskow. Sie waren eigentlich nach Bad Saarow gekommen, um das 100 Jahre alte Postgebäude in der Ulmenstraße in Augenschein zu nehmen. Es ist liebevoll saniert worden, im Inneren befinden sich heute Büros und fünf Wohnungen.
2003 war die Saarower Post geschlossen worden, in der Iris Neumann seit 1996 oft als Vertretung gearbeitet hatte. Sie erinnerte sich an die langen Arbeitstage – Schalterzeiten am Vor- und Nachmittag, drei Stunden Pause über die Mittagszeit, die sie nutzte, um durch den Ort zu spazieren. Deshalb kennt sie Saarow gut und ist an allen Entwicklungen interessiert. Sie und ihr Mann nutzten die Gelegenheit, sich nach der Post-Besichtigung durchs Scharwenkahaus führen zu lassen. Nun können sie sich vorstellen, auch mal die eine oder andere Veranstaltungen zu besuchen.

Als Besucher konnten auch Mitarbeiter des Kreis-Bauordnungsamtes begrüßt werden, mit denen der Vorstand des Scharwenka-Vereins in den letzten Monaten im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Gartenbühne zu tun hatte. Schon bei der feierlichen Eröffnung der Bühne war die unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Baubehörde und insbesondere mit dem Denkmalschutz gelobt worden. Nun konnte sich die Leiterin des Bauordnungsamtes Beate Kirschner von dem gelungenen Bauwerk überzeugen, an ihrer Seite Roger Caspar vom Sachgebiet Denkmalschutz.
Ein gelungener, aber auch ein langer Tag für die aktiven Ehrenamtler.

Auch das Bauordnungsamt des Landkreises war da: Leiterin Beate Kirschner (l.) mit ihrem Denkmal-Experten Roger Caspar (2.v.r.) im Gespräch mit den Vereinsmitgliedern Lutz Storr und Vera Jaspers (Vorsitzende).